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News-Update - Juni 2023

von QuickBird Medical

1. DiGA-Update

Im Juni wurde bisher keine neue Anwendung im Verzeichnis gelistet. Die zwei zuletzt gelisteten DiGA sind NeuroNation MED von der Synaptikon GmbH und ProHerz von der ProCarement GmbH. 


Derzeit sind 47 Anwendungen gelistet.


Das aktuelle DiGA-Verzeichnis finden Sie hier: https://quickbirdmedical.com/diga-verzeichnis/

Entdecken Sie auch unser neues Real-time DiGA-Dashboard, in dem die Informationen aus dem DiGA-Verzeichnis stets aktuell zusammengefasst werden:

https://quickbirdmedical.com/diga-statistik-zahlen/

2. DiGA bald in Österreich

DiGA sollen voraussichtlich bald in Österreich eingeführt werden. Der "Digital Austria Act" (DAA), der Anfang Juni vorgestellt wurde, enthält 36 Digitalisierungsgrundsätze und 117 Maßnahmen zur Verbesserung verschiedener Lebensbereiche der Bevölkerung. 


Im Gesundheitswesen sollen DiGA in Zusammenarbeit mit der Sozialversicherung eingeführt werden, um die telemedizinische Versorgung zu ergänzen. Dabei sollen Datenschutz und -sicherheit stets als oberste Priorität gesehen werden. Die elektronische Gesundheitsakte (ELGA) soll ebenfalls erweitert werden, um eine integrierte Versorgung zu ermöglichen. 


Final geklärt ist jedoch noch nicht, inwieweit sich Österreich hierbei am deutschen Modell orientiert und an welchen Stellen es ggf. unterschiedliche Anforderungen geben wird.


Weitere Schwerpunkte des DAA sind die Digitalisierung der Versicherungsprozesse und die Verbesserung der medizinischen Datengrundlage. 


Weitere Informationen zum DAA: https://www.bmf.gv.at/presse/pressemeldungen/2023/juni/digital-austria-act.html

3. Dritter DiGA-Hersteller hat seine Insolvenz angekündigt

Der DiGA-Anbieter Aidhere hat Ende Mai seine Insolvenz angekündigt.


Aidhere hatte für die App Zanadio, die Menschen mit Übergewicht beim Abnehmen unterstützen soll, ursprünglich einen Preis von 499,80 Euro pro Versicherten im Quartal festgelegt. Die App wurde im August 2022 dauerhaft als DiGA zugelassen. Allerdings musste der Preis verhandelt werden. Dabei wurde keine Einigung erzielt, weswegen letztendlich ein Schiedgericht entschied, die Vergütung für Zanadio auf 218 Euro zu senken. Dieser Preis gilt rückwirkend ab Oktober 2021


Der Preis aus der Schiedsstellenverhandlung gepaart mit den daraus resultierenden, hohen Rückzahlungen an die Krankenkassen, führte offensichtlich zur Insolvenz von Aidhere, ähnlich wie bei den anderen DiGA-Anbietern Rehappy und Newsenselab


Am 25. Mai gab Aidhere bekannt, das Insolvenzverfahren einzuleiten, während der Betrieb voraussichtlich bis Mitte Juli weitergeführt werden soll.


Ausführliche Berichterstattung des Handelsblatts: https://www.handelsblatt.com/inside/digital_health/digitale-gesundheitsanwendungen-start-ups-geht-das-geld-aus/29179598.html


Zur Aidhere-Pressemitteilung: https://aidhere.com/de/pressemitteilungen/marktfuehrer-im-bereich-digitale-gesundheitsanwendungen-meldet-vorlaeufiges-insolvenzverfahren-an/

4. Zertifizierung digitaler Kurse nach ZPP - Zentrale Prüfstelle Prävention


Ohne Indikation keine Zertifizierung als DiGA - aber was ist mit Angeboten, die der Prävention dienen?


Mit der Schaffung des Rahmens für digitale Präventions- und Gesundheitsförderungsangebote hat der Gesetzgeber eine wichtige Lücke geschlossen, die die Konzeption der DiGA als rein kurative Anwendung offengelassen hat. Unser neuster Artikel soll Ihnen einen Überblick über die Anforderungen und Chancen sowie den konkreten Ablauf der Erstellung digitaler Präventionsangebote verschaffen.


Hier lesen: https://quickbirdmedical.com/zpp-zertifizierung-zentrale-pruefstelle-praevention

5. YouGov Umfrage zur DiGA-Bekanntheit und -Nutzung

“Kennen und nutzen Sie DiGA?”,

wurden repräsentativ ausgewählte Teilnehmende einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag von Handelsblatt Inside gefragt. 


Das Ergebnis:

Über 62 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass DiGA für sie unbekannt seien. 


Etwa 37 Prozent der insgesamt 607 Befragten kennen DiGA, wobei etwa zehn Prozent bereits eine DiGA auf ärztliche Verordnung erhalten haben. Allerdings nutzen sie nur etwas mehr als die Hälfte dieser PatientInnen: 5,4 Prozent gaben an, die ihnen verschriebene DiGA tatsächlich zu nutzen, während etwa 4,5 Prozent dies nicht tun.


Zum Artikel des Handelsblatts: https://www.handelsblatt.com/inside/digital_health/app-auf-rezept-wie-oft-werden-diga-verschrieben/29194504.html

6. Update: Kassen dürfen nicht auf günstigere DiGA-Alternativen umsteuern

Nun gibt es einen konkreten Handlungsrahmen für Krankenkassen bei vorliegenden DiGA-Verordnungen:

Den Kassen ist es nicht gestattet, in Fällen einer ärztlichen Verordnung auf andere, möglicherweise kostengünstigere DiGA, umzusteigen. Dies stellte das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) in einem aktuellen Rundschreiben an die Krankenkassen klar. Das Vorgehen einiger Kassen, bei dem günstigere DiGA angeboten wurden, wurde im Mai von verschiedenen Herstellern kritisiert. 


Zum Rundschreiben des BAS:
https://www.bundesamtsozialesicherung.de/fileadmin/redaktion/Krankenversicherung/Rundschreiben/20230616RundschreibenDIGA.pdf

7. Start des E-Rezepts ab 01.07.

Das E-Rezept soll ab dem 1. Juli eingeführt werden. Bis Ende Juli sollen etwa 80 Prozent der Apotheken mit Lesegeräten ausgestattet sein. PatientInnen können das E-Rezept entweder über eine App auf ihrem Smartphone verwalten und digital an eine Apotheke senden oder die Zugangsdaten als Ausdruck in der Arztpraxis erhalten. 


Das Ziel ist es, Abläufe in Praxen und Apotheken zu simplifizieren und die unübersichtliche Arbeit durch viele Papiere im Gesundheitswesen zu beenden.


Weitere Informationen im Artikel der Tagesschau: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/e-rezept-gesundheitsministerium-100.html