Der Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung (SVDGV) zieht eine ernüchternde Zwischenbilanz zum neuen E-Rezept-Verfahren für Digitale Gesundheitsanwendungen: Statt den Zugang zu erleichtern, bremse es ihn aus. Nur noch 14 Prozent der elektronisch verordneten DiGA werden tatsächlich aktiviert.
Die Aktivierungszahlen sind somit 2026 erstmals rückläufig. Komplizierte Authentifizierung und Medienbrüche führen dazu, dass viele Patientinnen und Patienten den Einlöseprozess abbrechen, bevor ihre Therapie beginnt.
Zusätzlich sieht der Verband durch die neuen BSI-Datensicherheitsanforderungen rund 20 Millionen gesetzlich Versicherte ausgeschlossen, deren ältere Smartphones die geforderten Betriebssystemversionen nicht erfüllen. Es träfe besonders ältere und einkommensschwächere Menschen. Über die Versorgung hinaus warnt der SVDGV vor wirtschaftlichem Druck auf eine politisch gewollte Innovationsbranche.
Der Verband fordert ein sofortiges Gegensteuern im laufenden GeDIG-Gesetzgebungsverfahren: einen Stopp des Rollouts mit Papierausdruck als Überbrückung, den Verzicht auf die PIN-Pflicht, die Einlösung direkt in der Anwendung sowie einen gesicherten Zugang auch auf älteren Geräten. Sein Fazit: Ein digitales Verfahren, das den Zugang erschwert statt erleichtert, verfehlt seinen Zweck.
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